Modellberechnungen: zur praktischen Umsetzung der Wärmewende
Die Wärmeversorgung in Deutschland muss und kann erneuerbar werden! Davon sind wir überzeugt. Und dafür setzen wir uns mit all unserer Energie ein. Die Herausforderung ist gewaltig. Aber das darf und soll uns nicht abschrecken. Denn große Herausforderungen lassen sich durch kluges Vorgehen und sorgfältige Planung meistern. Wir sind bereit, die Herausforderungen anzugehen und unser Know-How einzusetzen, um unseren Beitrag zum Gelingen der so dringend notwendigen Wärmewende zu leisten.
Hier geht es zu den Modellberechnungen.
Wir haben daher drei Umrüstungsoptionen mit jeweils drei Szenarien berechnet:
1. Umrüstung eines bestehenden WG (50 WE) auf:
• 65 % EE bei der Wärmeversorgung mit Wärmepumpen-Stromtarif, ohne hydraulischen Abgleich, ohne Kesseltausch
2. Umrüstung eines bestehenden WG (50 WE) auf:
• 65 % EE bei der Wärmeversorgung mit normalem Stromtarif, ohne hydraulischen Abgleich, ohne Kesseltausch
3. Umrüstung eines bestehenden WG (50 WE) auf:
• 65 % EE bei der Wärmeversorgung mit hydraulischem Abgleich und Wärmepumpen-Tarif
Hinweis zur Aktualität:
Die Daten für das letzte Szenario (siehe Grafik unten) inkl. Heizkörpertausch, hydraulischen Abgleichs und der Umrüstung auf eine Wärmepumpe samt Gaskessel und PV-Anlage wurde im Juni 2023 aktualisiert. Bitte beachten Sie, dass die Ergebnisse der anderen beiden Szenarien auf der Grundlage der damals im September 2022 gültigen Werte basieren.
Grundannahmen
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• das Gebäude ist ein Bestandsgebäude und steht in Berlin
• 50 Wohneinheiten
• es hat eine Heizlast von 300 kW (70 W/m²)
• einen Wärmebedarf von 510 MWh/a
• die Wohn-/Heizfläche beträgt 4.300 m²
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Preisstände: 09.09.2022 & Aktualisierung am 02.06.2023
• derzeit sind WP-Stromtarife zeitlich begrenzt. Für die voraussichtliche Abnahmemenge für das Jahr 2024 wurde der normale Strompreis angesetzt
• angesetzte Preise (in brutto) haben den Preisstand 02.06.2023; Gaspreis all in 8,55 ct/kWh, Ölpreis 87 €/100l und Strompreis 33,295 ct/kWh
• alles Weitere sind im Beirat des vedec Technik-Innovation-Management abgestimmte Schätzungen
• in Zukunft sind weitere deutliche Preiserhöhungen zu erwarten gerade bei Bau- und Materialpreisen sowie auch bei Strom, Öl und Gas
• Zinsen sind nicht berücksichtigt
• die aktuelle Gesetzes- und Förderlage ist eingeflossen
• die Übersichten sind nur für einen (den heutigen) Zeitpunkt gültig, da sich die verschiedenen Preise der Komponenten und Randbedingungen auch gegensätzlich entwickeln
• aktuelle reine Energiepreise sind 1,73 €/l Heizöl; 37,77 ct/kWh (Wärmepumpentarif) bzw. 65 ct/kWh (Normaltarif) Strompreis und 29,75 ct/kWh Gaspreis (für Verbraucher:innen leicht zu finden bei den üblichen Vergleichsportalen im Bereich Gewerbe)
• alle Angaben zu Preisen und Kosten sind brutto inkl. Umsatzsteuer – hier handelt es sich um ein Mietshaus, die spez. Vergleichskosten beim Mietspiegel etc. sind auch immer brutto
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• bei den Untersuchungen 1 und 2 ist kein Heizkörpertausch vorgesehen. Wir nehmen an, dass mit einer leichten Absenkung der Heizkurve das Netz von den WP noch versorgt werden kann
• bei der Untersuchung 3 haben wir angenommen, dass die Heizkörper in den Wohnzimmern auszutauschen sind
• Kosten für den hydraulischen Abgleich sind in der Untersuchung 3 mit drin, in den ersten beiden nicht
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• die Berechnungen der CO₂-Bilanzen erfolgten auf der Grundlage der GEG-Faktoren
• eine mit „normalen“ Strom-Gewerbetarif von 65 ct/kWh brutto, dieselben drei Szenarien wurden im Anschluss noch einmal mit 37,77 ct/kWh Wärmepumpentarif gerechnet. Die dritte mit neuem Kessel, mit hydraulischem Abgleich und Wärmepumpen-Tarif
• hinsichtlich der PV-Anlage sind wir nach einer Simulation davon ausgegangen, dass die Anlage mit 20 kW Peak rund 18 MWh Strom im Jahr erzeugt, davon werden 7 MWh selbst genutzt für die Wärmepumpe und den Betriebsstrom der Heizungsanlage, 11 MWh werden in das öffentliche Netz eingespeist
• die PVA hat 20 kWp und ist als Überschusseinspeisung nach EEG gerechnet, ein Anteil bleibt für die WP und den Betriebsstrom im Gebäude, der größere wird ausgespeist
• die aktuellen Förderungen sind einkalkuliert (Stand 2022)
• 20 kW bedeuten rund 150 m² unverschattete Dachfläche (bezogen auf die PV-Anlage)
• es sind Pufferspeicher mit einem Volumen von insgesamt 3.000 Liter vorgesehen (aus der Praxis wissen wir, dass 1000 L Pufferspeicher i.d.R. problemlos die Kellertreppen herunterzutragen sind)